Josef Schitter

Der Lungauer Priesters Josef Schitter geriet bereits früh mit dem NS-Regime in Konflikt: Schon 1941 wurde ihm die Befugnis zur Erteilung des katholischen Religionsunterrichts im gesamten „Reichsgau“ Salzburg entzogen. Schitter verhielt sich auch in der Folge nonkonform, 1944 wurde er schließlich wegen „staatsfeindlicher Äußerungen“ verhaftet und in das KZ Dachau deportiert, wo er kurz vor Kriegsende entlassen wurde.

Georg Rinnerthaler

„Die Schutzhaft in Dachau hat [Georg Rinnerthaler] … noch widerstandsfähiger gemacht.“ Dieses Zitat stammt aus einem Brief des Salzburger Gauleiters Friedrich Rainer an den „Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“, Josef Bürckel vom Mai 1939. Wie konnte es dazu kommen, dass sich ranghöchste NS-Kreise mit einem renitenten politischen Gegner in der Flachgauer Gemeinde Neumarkt am Wallersee auseinandersetzen mussten? Es hatte in erster Linie damit zu tun, dass – wie der Fall Georg Rinnerthaler beispielhaft illustriert – die Initiative zur Verfolgung und Vertreibung politisch Andersdenkender während der NS-Herrschaft oftmals direkt von Menschen im eigenen Ort – auch NachbarInnen, Bekannten und in diesem Fall sogar Verwandten – ausging.