Geschichte

Widerstand in seiner Vielfältigkeit zu erkennen und historisch einzuordnen, ist wichtig für das Verstehen der Persönlichkeiten, die den Mut hatten, sich gegen den Nationalsozialismus zu stellen. Die Bandbreite der Motive könnte unterschiedlicher nicht sein: Religiosität, Werte des Humanismus, die Hoffnung auf eine sozialistische Zukunft oder ganz einfach eine Spontanentscheidung, nicht mehr mitspielen zu wollen, sich zu verweigern, zu desertieren oder zu helfen. Widerstand war keineswegs eine Einbahnstraße. Manche waren schon vor der NS-Machtübernahme widerständig, vor allem jene, die der sozialistischen und kommunistischen Orientierung verbunden waren. Konservative waren vor und im Austrofaschismus in Konflikt mit den Mitgliedern der seit 1933 verbotenen nationalsozialistischen Partei geraten und mussten 1938 mit deren Rache rechnen. Andere entschieden sich erst lange nach der NS-Machtübernahme dazu, nicht mehr den Befehlen zu gehorchen, sondern unterzutauchen oder sogar gegen das Regime anzukämpfen. Widerstand konnte auch aus kleinen Gesten bestehen, etwa jene Frauen finanziell zu unterstützen, deren Männer wegen ihrer Widerständigkeit verhaftet worden waren.

Geschichten von Menschen anzusehen, die sich dem mit radikaler Gewalt agierenden NS-Regime entgegenstellten, kann dabei helfen zu überlegen, wie wir in der Gegenwart agieren und was wir aktuell zu riskieren bereit wären. Vergleiche können unangebracht sein, denn Diktatur, Gewalt und Krieg sollten nicht imaginiert werden. Dennoch dürfen wir versuchen, aus den Geschichten der Personen, die Widerstand gegen das NS-Regime leisteten, zu lernen. Der Blick auf die Geschichte kann dabei helfen, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Manchmal war es eine Selbstverständlichkeit, widerständig handeln zu müssen, manchmal todesmutig.

Biografien

Georg Rinnerthaler

Neumarkt