Podiumsgespräch: Das Verhältnis von Kirche und Nationalsozialismus

Mittwoch, 18. November 2026, 18:00 Uhr
Joseph-Mohr-Saal, Joseph Mohr Platz 1, 5571 Mariapfarr
 

Das Verhältnis zwischen katholischer Kirche und der nationalsozialistischen Diktatur war ein zwiespältiges. Während sich entscheidende Teile der Amtskirche mit dem NS-System weitgehend arrangierten, stellten sich auch im „Reichsgau“ Salzburg zahlreiche Katholik*innen gegen dieses. Das Lungauer Projekt von Orte des Gedenkens rückt mit Josef Schitter aus Mariapfarr einen Priester in den Mittelpunkt, der immer wieder beim NS-Regime aneckte und schließlich in das KZ Dachau deportiert wurde. Josef Schitter überlebte den NS-Terror, über seine Er-
fahrungen und jene anderer Geistlicher und Gläubigen, wollte die Amtskirche in der Zweiten Republik lange wenig wissen.

Wir nutzen den Abend, um mit zwei versierten Expert*innen über die ambivalenten Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und dem NS-Regime zu diskutieren. Darauf aufbauend wird auch die Auseinandersetzung mit diesem Erbe in der Zweiten Republik erörtert und danach gefragt welchen Einfluss diese historischen
Entwicklungen auf unsere heutige Gesellschaft haben.

Die promovierte Kirchenhistorikerin Eva Maria Kaiser ist Ressortleiterin in der ORF-Abteilung Religion&Ethik und hat österreichweit über den Einsatz der katholischen Bischöfe für ehemalige Nationalsozialisten in der Nachkriegszeit geforscht.

Der promovierte Jurist und Historiker Peter Schernthaner hat mehrere Beiträge zur Salzburger Lokal- und Kirchengeschichte verfasst. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählt Andreas Rohracher − Erzbischof von Salzburg im Dritten Reich, erschienen 1994.

Moderation: Robert Obermair

Eintritt frei!